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Die Schweiz, vom belächelten Auslaufmodell zur respektierten Ausnahme

06.07.2010

Wer viel für die Schweiz übrig hat, der wurde mit den Attacken auf das Land seit einiger Zeit nicht mehr recht glücklich. Doch wissen wir als Schweizer, die hier leben oder für ein Schweizer Unternehmen arbeiten, eigentlich, was wir an unserem Land haben? Julius Bär suchte darauf Antworten und hat einige Gedanken zur Schweiz und den Schweizern zusammentragen lassen.

„Im Schatten von Alpen und Europapolitik steht sie da, die Schweiz, ein Bollwerk staatspolitischer, wirtschaftlicher und ordnungspolitischer Stabilität. Das Erfolgsgeheimnis der Schweiz ist, dass sie so schwierig ist. Sie ist das Land der unbegrenzten Gewaltenteilung und der gesteigerten Ansprüche ans Miteinander. Ihnen gerecht zu werden, fordert. Und überfordert manchmal. Kein anderes Land stellt sich so leidenschaftlich grüblerisch in Frage wie die Eidgenossenschaft. Aber kein Land ist darüber so alt geworden wie die Schweiz. Der Selbstbehauptungsdruck führt aber immer wieder zu ausserordentlichen Leistungen. Präzision, Qualität und Solidität sind Synonyme geworden zum weissen Kreuz auf rotem Grund.

Gleichzeitig hat das Land gelernt, mit den schwachen Leistungen der exekutiven Führung zu leben. Es ist inhärent konservativ und wird dafür abwechselnd belächelt und bewundert. Seine fundamentale Stärke ist die Ausdauer, seine Schwäche dagegen, dass es sich immer wieder überrumpeln lässt. Eleganz ist etwas für die anderen. Aber die Schweiz hat sich noch immer arrangiert. Sie folgt lieber der Geschichte, statt Geschichte zu machen. Sie ist heute das gelungenste Beispiel für die geistigen und materiellen Segnungen des Liberalismus. Schweizer lernten nicht lesen und schreiben, um die Gesellschaft zu revolutionieren, sondern um sie weiterzubringen. Schweizer sind pragmatisch und konkret. Das immunisiert sie gegen Ideologien und Theoriewahn. Das Niveau der politischen Debatte ist immerhin so hoch, dass Politiker unangenehme Tatsachen nicht konsequent ausblenden.

So schaffte es das Land, die Desindustrialisierung zu stoppen und sich mit seiner offenen Wirtschaft erfolgreich der Globalisierung zu stellen. Weltoffenheit ist vom Zwang zum Exportschlager geworden. Schweizer haben keine Angst vor dem polnischen Sanitär. Sie suchen auch nicht krampfhaft Arbeit beim Staat. Schweizer sind lieber selbständig und achten darauf, dass der Staat nicht überbordet. Sie kontrollieren den Staat, nicht er sie. Deshalb ist ihnen auch der Schutz der Privatsphäre so wichtig. Er ist essenzieller Teil einer politischen Kultur der Freiheit. So formte sich eine ,vieille, chère et grande nation’, die nicht imitierbar ist. Ihre Grösse wurzelt in ihrer Unverwechselbarkeit und in ihrer festen Verankerung in der Geschichte.”

Dies ist die Zusammenfassung einer Publikation von Julius Bär zur Klärung der sehr berechtigten Fragen, die sich seit Kurzem stellen: Wissen die Schweizer selbst überhaupt noch, was sie an ihrem Land haben, und davon abgeleitet, wofür es sich lohnt, gemeinsam einzustehen?

Die Publikation ist in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch erhältlich. Sie kann via den Link auf der rechten Seite heruntergeladen oder bestellt werden.

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